Sie sind Vorbilder

Sieger beim Bürgerpreis R€ms-Murr: Verein ,,Aufbruch Remshalden“ waiblingen. ohne sie sähen wir alle alt aus: Bürgerschaftlich Engagierte leisten unverzichtbare Dienste für die Gesellschaft. Der Verein Aufbruch Remshalden errang PlaE eins bei der Verleihung des Blirgerpreises 2012, ausgelobt von der Kreissparkasse waiblingen. Der Leserpreis des Zeitungsverlages waiblingen geht an Martina Ordnung für ihr Engagement in der Jugendarbeit des Tennisclubs Urbach. Bei der Preisverleihung gestern Abend in der Kundenhalle der Kreissparkasse in Waiblingen nahm Theo Kaufmann, lnitiator des Vereins für Leseförderung Waiblingen, den zweiten Preis entgegen. Das Projekt „Ready for school“ dreier Plüderhäuser studenten zeichnete die Jury mit dem dritten Preis aus. Einen sonderpreis verlieh die Jury an den Verein ,“Aktion Jugendzentrum Backnang‘. „Mit überwältigender Mehrheit“ hatte die Jury unter 35 Bewerbem den Verein Aufbruch Remshalden als ersten Preisträger ausgewählt, sagte Landrat Johannes Fuchs gestern Abend in seiner Laudatio. Zentrales Anliegen des Vereins, initiiert von Dr. Eruvin Aigeldinger, ist es, junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten. Engagierte Bürger helfen mit, die Ausbildungsfähigkeit Remshaldener Jugendlicher zu fördern, ihre Sozialkompetenz zu stärken. Der Verein betreibt einen offenen Bildungstreff, bietet Kompetenzanalysen als Hilfestellung für die Berufswahl an, lädt zu Hausaufgabenbetreuung ein, finanziert sogar die Schulsozialarbeit an Remshaldener Grundschulen mit‘ Bewerbertraining gehört zum Angebot des vereins, und wer möchte, kann sich vor einem vorstellungsgespräch Tipps holen. Der Verein will ,,die Jugendlichen fit für die Zukunft machen und eine Zukunft voller chancen bieten“, erläutert die Kreissparkasse. Auf drei Säulen fußt die Arbeit des Vereins, ergänzte Landrat Fuchs: Finanzielle Hilfen bietet der Verein an, zudem ehrenamtliche Projektarbeit, und er ktimmert sich besonders um die Zusammenarbeit mit anderen lnstitutionen, die sich in der Jugendarbeit engagieren. somit passt der erste – wie natürlich auch alle anderen – Preisträger haargenau zum Motto des diesjährigen Bürgerpreises: „Engagiert für junge Leute“ lautete das Schwerpunktthema der Ausschreibung 2012.

Leseclubs speziell für Jungs gegründet
Auf den zweiten Platz schafte es Theo Kaufmann, der lnitiator des Waiblinger Vereins für Leseförderung. ln seiner Laudatio erinnerte Wolfgang Sartorius, der Leiter der Erlacher Höhe, an die Lesegesellschaften des 18. und 19. Jahrhunderts. Heute gibt’s zwar noch Leseclubs, doch nehmen sie längst nicht den Stellenwert ein, welcher seinerzeit den Lesegesellschaften zufiel. Schüler aus Deutschland schnitten insbesondere beim Lesen in den Pisa-Tests nicht gut ab. Das hat Folgen, denn wer nicht gut lesen und schreiben kann, wird sich schwertun im Alltag, ganz besonders im Berufsleben. Theo Kaufmann handelte, statt zu klagen. Er gründete den Leseförder-Verein, dessen Engagement sich im Lauf der Jahre immer mehr ausweitete. Deutschlandweit gehörte Theo Kaufmann laut Wolfgang Sartorius zu den Ersten, die speziell ftir Jungen einen Leseclub gründeten. Dies vor dem Hintergrund, dass Defizite in der Lesekompetenz bei Jungs stärker auftreten als bei Mädchen. Fortbildungen an Schulen, Ausbildung von Jugendlichen zu Lesescouts, Einsatz von Lesepaten und öffentliche Lesungen zählen außerdem zum Repertoire des Vereins.

Studenten bieten Schülern Nachhilfe in den Ferien an
„Ready for school“ haben drei Studenten aus Plüderhausen ihr Projekt genannt, welches nun mit dem dritten Preis ausgezeichnet worden ist. Tanja Savanin, Maria Schander und Josef Nelson bieten in diesen sommerferien zum zweiten Mal einen mehrwöchigen, für die Teilnehmer kostenlosen Nachhilfe- und Widederholungskurs an. Jeder, der Lernrückstände hat oder einfach nur den Lehrstoff wiederholen will, kann am Kurs teilnehmen. Kinder aus Familien mit ausländischen Wuzeln liegen den drei Studenten besonders am Hezen: Sie haben es „doppelt schwer“, sagte Laudator Hans-Martin Gayer, der Geschäftsführer der IHK Bezirkskammer Rems-Mun. Tanja Savanin und Maria schander, heute studentinnen der Betriebswirtschaft, wissen sehr genau, was Gayer damit meint: Die beiden jungen Frauen stammen aus Kasachstan, haben hier ihren Weg gemacht und wollen nun das Bildungsgeschenk als welches sie ihr Abitur begreifen,

in Form von Hilfen für schüler zurückgeben. Einen mit 750 Euro dotierten Sonderpreis vedieh die Jury an den Verein AKion Jugendzentrum Backnang. Die Besonderheit: seit der vereinsgründung 1971 verwalten ausschließlich junge Leute ihr Juze. ln ihrer Bewerbung schrieben die Macher: „Im Jugendzentrum hat man nicht das Gefühl, man maisse etwas tun, nein, man darf vielmehr mit anpacken.“

Orginal Zeitungsmeldung als PDF

Remshaldener Lesepaten gesucht!

Laut Pisa-Studie ist die Lese-, Sprech- und Schreibkompetenz vieler Kinder und Jugendlicher drastisch gesunken. Jugendliche lesen immer weniger mit negativen Auswirkungen auf soziale und berufliche Entwicklung. 45 % aller 15-Jährigen haben noch nie aus eigenem Antrieb ein Buch gelesen.

Idee: Projekt „Leselernhelfer“ für alle Remshaldener Schulen
Wir organisieren unter Einbeziehung der Schule die Zusammenarbeit von Lesepaten und Schülern (kleine Gruppen 1 – 3 Schüler an der Schule, jedoch ausserhalb des Unterrichts).

Ziel: Durch individuelle Einzelförderung die Freude am Lesen wecken
– Verbesserung der Lese-, Text- und Sprachkompetenz der Kinder erreichen und dadurch eine Verbesserung des schulischen Leistungsvermögens
– Umsetzung durch Texte lesen, Texte schreiben, über Texte reden, auch alltägliche Themen, Vorlesen, Sprach- und Wortspiele
– Singen, Besuch der Bücherei

In Zusammenarbeit mit den Lehrern/Lehrerinnen werden die Schüler ausgesucht
– die sich helfen lassen wollen
– deren Eltern zur Zusammenarbeit bereit sind
– die oft einen Migrationshintergrund haben

Dazu brauchen wir Sie als Lesepate!
– Haben Sie Freude am Lesen und am Umgang mit Kindern?
– Möchten Sie Kinder aktiv unterstützen, die spannende Welt der Bücher zu entdecken?
– Wollen Sie die Freude der Kinder am Lesen wecken?
– Haben Sie pro Woche 1 Stunde nachmittags Zeit?
– Sind Sie bereit, das Kind mindestens ein Halbjahr kontinuierlich zu begleiten?
– Sind Sie ehrenamtlich tätig?

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Gabi Holzwarth, Tel. 07151 907036 oder per E-Mail: gabi.holzwarth@gmx.de.

Orginal Zeitungsmeldung als PDF

Erfahrungen eines Lernbegleiters

Erfahrungsbericht als Lernbegleiter

Seit Oktober 2013 bin ich als Lernbegleiter in der 6. Klasse Realschule im Fach Mathematik tätig. Dies ist mir möglich, da ich in Altersteilzeit und nicht mehr berufstätig bin.

Die Lernbegleitung erfolgt während des Unterrichts, in der Regel beim selbständigen Bearbeiten von Arbeitsblättern der Schülerinnen und Schüler. Durch eigene Beobachtung oder das Melden einzelner Kinder werden ihnen Hinweise und Hilfestellungen zur Lösung der Aufgaben gegeben. Die Zusammenarbeit mit der Lehrerin (hier Frau Heinrich) ist sehr gut, ich bekomme von ihr Tipps und vor der Stunde die Aufgaben mit Lösungen. Damit ist es möglich, die Kinder sofort bei der Aufgabe zu unterstützen, mit der sie sich gerade beschäftigen. Wichtig ist, einen Zugang zu den Kindern zu finden, das heißt, ihnen Vertrauen zu geben, sie aber gleichzeitig zu fordern. Diese ehrenamtliche Tätigkeit macht Spaß und die Kinder freuen sich immer, wenn ich in den Unterricht komme.

Die Tätigkeit einer Lernbegleitung finde ich sehr sinnvoll, da ein Lehrer allein niemals alle Kinder, insbesondere auch die Leistungsschwächeren, während des Unterrichts individuell begleiten kann. Im Übrigen wird eine Lernbegleitung noch mehr Bedeutung bekommen, wenn wie vom Land geplant, im nächsten Schuljahr der Rechtsanspruch zum Besuch einer Regelschule auch für Kinder mit Behinderung eingeführt wird.

Rudolf Vogt