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Aufbruch Remshalden e. V. Kinder- und Jugendfonds

Orginal Zeitungsmeldung als PDF

Jahresbrief 2018

Sehr geehrte MitgliederInnen,
sehr geehrte Sponsoren,

seit der Gründung des Vereins 2011 unterstützen wir Kinder und Jugendliche mit unseren ehrenamtlichen HelferInnen und mit der Finanzierung von Sozialprojekten. Es sind weiterhin zahlreiche Lese- und Lernpaten in beiden Grundschulen sowie der Realschule tätig.

So erhielten 13 SchülerInnen in der Realschule von unseren Lernbegleitern Einzel- und Gruppenunterricht (30 SchülerInnen) mit den Schwerpunkten Mathematik, Deutsch (auch für Migrantenkinder) und Englisch.

Wir haben auch 2018 mehrere Sozialprojekte in Kindergärten, Schulen, Vereinen und im Jugendhaus finanziert. Einige dieser Projekte auch nachhaltig, wie z. B. „Fair kämpfen“. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben für die Projekte auf ca. 3 000 Euro. Einer unserer Schwerpunkte, die Schulsozialarbeit, die enorm wichtig ist und von engagierten Sozialarbeitern in allen Schulen getragen wird, erhielt auch 2018 einen Zuschuss von 10 000 Euro.

Leider hat sich die Neugestaltung der Halfpipe in der neuen Mitte nahe des Rathauses durch schleppende Baugenehmigungen des Landratsamtes verzögert. Freiwillige Jugendliche aus Schulen und Vereinen, MitarbeiterInnen der Gemeinde, das Ausbildungszentrum Bau in Geradstetten, die Fr. Holzbau Baur und Ehrenamtliche unseres Vereins stehen in den Startlöchern.

Bürgermeister Molt und der Gemeinderat unterstützen dieses Projekt und auch die Umsetzung der von uns iniziierten Sozialraumanalyse. Hoffnung auf einen weiteren Fortschritt macht die Planung eines Jugendgemeinderates oder eines entsprechenden Gremiums.

Unser Vorzeigemodell „Jobpoint“, untergebracht im Johannes-Brenz-Haus der Kirchengemeinde Hebsack/Rohrbronn, erfreut sich weiterhin regen Zuspruches von Jugendlichen, die einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz suchen. Die Jugendlichen werden angeleitet durch den hauptberuflichen Diplom-Sozialpädagogen Markus Knecht von der Kreisdiakonie Rems-Murr und von ca. zehn Ehrenamtlichen unseres Vereins.

Der „Jobpoint“ ist jede Woche montags und mittwochs je 2 Stunden geöffnet. 2018 investierte der Aufbruch ca. 7 800 Euro in den Jobpoint. Zum sechsten Mal in diesem Jahr führten zehn ehrenamtliche MitarbeiterInnen des Jobpoints das Berufsplanspiel „Ready Steady Go“ mit SchülerInnen der neunten Klasse der Realschule Remshalden durch. Dabei hatten 84 SchülerInnen die Möglichkeit unter realen Bedingungen mit insgesamt 27 Firmen, weiterführenden Schulen und Behörden Bewerbungsgespräche durchzuführen.

Im Oktober erhielt der Jobpoint Besuch vom regionalen ESF-Arbeitskreis (Europäischer Sozial Fond) Rems-Murr. Dabei wurde unser Jobpoint als Vorzeigemodell für die Verzahnung von Ehrenamt (Verein Aufbruch), Kreisdiakonie Rems-Murr (hauptamtlicher Diplom-Sozialpädagoge), Gemeinde (Kirchengemeinde Hebsack/Rohrbronn) und Industrie, Handwerk und Handel bezeichnet und uns weiterhin finanzielle Unterstützung zugesichert. Eine Hilfe, die wir auch zukünftig dringend benötigen.

Derzeit sind wir dabei eine sogenannte „Kindercard“ mit einem Projekt: „Bündnis für Kinder“ zu entwickeln. Mit dieser Kindercard möchten wir allen Kindern und Jugendlichen die Teilhabe an Vereinen, Einrichtungen, künstlerischen, kulturellen und sportiven Aktivitäten ermöglichen. Dies in einem Bündnis mit Eltern, Gemeinde, Vereinen, Industrie und Handel. Ein ehrgeiziges Projekt, das viel Kraft, Engagement und Geld benötigt.

Ohne Ihre finanzielle Unterstützung und/oder Ihr ehrenamtliches Engagement sind alle genannten Projekte nicht möglich!

Dafür herzlichen Dank!

Im Namen des Vereins wünsche ich Ihnen ein gesundes, zufriedenes Neues Jahr!

 

Dr. Erwin Aigeldinger
1. Vorstand

Jobpoint Bericht 2018

Seit Herbst 2012 besteht das Projekt „Jobpoint“ in Kooperation mit dem Verein Aufbruch Remshalden, dem Kreisdiakonieverband und der Evangelischen Kirchengemeinde Hebsack-Rohrbronn. Mehrere engagierte Ehrenamtliche und ein hauptamtlicher Sozialarbeiter helfen jungen Menschen aus Remshalden im Übergang Schule-Beruf eine Ausbildung oder eine Arbeit zu finden. Die hauptamtliche Stelle
(20 %) wir durch Mitgliedsbeiträge des Vereins Aufbruch Remshalden, durch Spenden sowie den ESF (Europäischer Sozialfonds) finanziert.

Im Oktober besuchte einen Delegation des Regionalen ESF-Arbeitskreises den Jobpoint und informierte sich dabei ausführliche über die Entstehung des Projektes uund seine Aktivitäten. Ein Jugendlicher, der von Anfang an durch den Jobpoint begleitet wurde und bereits seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, schilderte anschaulich, wie dieses Projekt ihm geholfen hat seinen beruflichen und persönlichen Weg zu meistern.

Folgende Funktionen erfüllt die hauptamtliche Sozialarbeit (20 %):

  • kontinuierliche Abdeckung der Sprechzeiten des Jobpoints
  • Casemanagement
  • Vernetzung mit dem Hilfesystem (Agentur für Arbeit, Beratungsstellen, Ämter)
  • Ansprechpartner für die ehrenamtlichen BegleiterInnen
  • monatliche Austauschtreffen der Ehrenamtlichen
  • Präsenz und Gruppenangebote an den Schulen (Sprechstunden, AG, Kompetenzwerkstatt)

Die ehrenamtlichen BegleiterInnen erfüllen folgende Aufgaben:

  • Regelmäßige Begleitung von Jugendlichen (Nachhilfe, Praktikums- und Ausbildungsbegleitung, Elterngespräche)
  • Begleitung Jugendlicher zu Ausbildungsmessen und anderen beruflichen Veranstaltungen
  • Unterstützung des Offenen Beratungstreffs
  • Mitarbeit bei punktuellen und regelmäßig wiederkehrenden Aktionen wie „Ready Steady Go“, Standbetreuung bei Leistungsschauen und Straßenfest etc.

Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt das Firmennetzwerk:

  • Der Jobpoint als ein wichtiger Bereich des Vereins Aufbruch Remshalden stellt einen Türöffner dar für Praktika sowie Ausbildungsplätze für Remshaldener Jugendliche und bei Anfragen für berufsorientierende Veranstaltungen („Ready Steady Go“) an den Schulen.

 

Aktivitäten des Jobpoints:

Offener Beratungstreff:
Die Kirchengemeinde stellt im Johannes-Brenz-Haus an zwei Nachmittagen in der Woche einen Raum mit fünf PC-Arbeitsplätzen und Drucker/Scanner zur Verfügung, wo Jugendliche ohne vorherige Anmeldung kommen können, um Bewerbungen zu schreiben oder für ein Vorstellungsgespräch zu üben.

Von Januar bis Oktober 2018 war der Beratungstreff an 67 Tagen geöffnet, im Durchschnitt kamen drei Jugendliche pro Öffnungstag. Seit Beginn des Jahres unterstützen je zwei Ehrenamtliche die hauptamtliche Kraft im Offenen Beratungstreff. Ein entsprechender Aufruf im Gemeindeblatt war erfolgreich, fünf Ehrenamtliche kamen so neu ins Projekt.

40 Jugendliche, davon 14 weibliche und 25 männliche, wurden im Beratungstreff unterstützt. Die Zugänge waren die folgt:

Zugänge im Offenen Beratungstreff 2018 2017
Realschule Remshalden 7 2
Lehenbachschule Winterbach 21 12
Jugendmigrationsdienst 2 2
Jugendhaus Spektrum 0 1
Weraheim 1 1
Flüchtlingsunterkunft 2 0
Öffentlichkeitsarbeit (Gemeindeblatt, Flyer, Kirchengemeinde, pers. Empfehlung) 7 3

Themen der Beratung waren Unterstützung bei Bewerbungsschreiben, Einstellungsverfahren, Vermittlung in Praktika, Ausbildung und Studium, FSJ/FÖJ, Arbeit sowie Hilfe beim Erreichen des Schulabschlusses.
Von den im Jobpoint beratenen Jugendlichen erreichten acht den Mittleren Bildungsabschluss und fünfzehn den Hauptschulabschluss bzw. wurden in zehnte Klasse versetzt. Drei besuchen das Berufskolleg, einer die zweijährige BFS und zwei das AV Dual. Ein Teilnehmer erhielt seinen Gesellenbrief als Flachglasmechaniker und wurde von seiner Ausbildungsfirma fest angestellt.
Neun Jugendliche begannen eine Ausbildung in folgenden Bereichen: Anlagenmechaniker, Bäckereifachverkäuferin, Baugeräteführer, Flachglastechnologe, Karosseriebaumechaniker, Kauffrau im Einzelhandel (zweimal), Werkzeugmechaniker, zahnmedizinische Fachangestellte.
Darüber hinaus wurden sechs Jugendliche regemäßig intensiv von Ehrenamtlichen begleitet (Nachhilfe, Bewerbungsschreiben, Ausbildungsbegleitung). Auch zu Außenterminen wurden die Jugendlichen begleitet (Azubi Speed-Dating, Ausbildungsmessen, Praktikumsbesuche, Schulanmeldung).

Realschule Remshalden:
Von Anfang an besteht einen Kooperation mit der Realschule Remshalden, da die meisten SchülerInnen in Remshalden wohnen und es die einzige weiterführende Schule im Einzugsgebiet ist. Nach Bedarf werden Sprechstunden an der Schule angeboten – schwerpunktmäßig ging es für die ZehntklässlerInnen um Möglichkeiten nach der Schule: Weiterführende Schulen, FSJ und Ausbildung.
Im ersten Schulhalbjahr wurde wieder eine AG „Fit für Ausbildung und Beruf“ für die neunte Klassenstufe (sechs TeilnehmerInnen) und im zweiten Schulhalbjahr eine AG „Kompetenzwerkstatt“ für die achten Klassenstufen angeboten (acht TeilnehmerInnen).
Bereits zum sechsten Mal wurde das Berufeplanspiel „Ready, Steady, Go“ für alle NeuntklässlerInnen (84) durchgeführt, bei dem die Jugendlichen mehrere Stationen durchlaufen. Sie machen einen Eignungstest, informieren sich über die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, die Freiwilligendienste und die Beruflichen Schulen. Den Schwerpunkt bilden Bewerbungsgespräche mit Personalverantwortlichen von Firmen. Dabei wird möglichst versucht, auf die Berufswünsche der Jugendlichen einzugehen, sodass in diesem Jahr 25 Betriebe aus Handwerk, Industrie, Einzelhandel, Gastronomie und dem sozialen Bereich vertreten waren. Zur Vorbereitung wurde in Kooperation mit der Schulsozialarbeit ein Bewerbungsmappen-Check angeboten und für alle SchülerInnen ein Kniggekurs durchgeführt.
Im Mai besuchten fünfzehn SchülerInnen der neunten und zehnten Klassenstufe die MINT-Messe – Traumberuf IT und Technik in Stuttgart uund informierten sich über die Ausbildungsberufe und Studiengänge.
Außerdem wurde am Elternabend der neunten Klassenstufe zu Beginn des Schuljahres über die Angebote des Jobpoints informiert.

Lehenbachschule Winterbach:
Seit der Schließung der Hauptschule Geradstetten besuchen viele Remshaldener die Gemeinschaftsschule/Werkrealschule Lehenbachschule in Winterbach. Daher finden auch an dieser Schule Unterstützungsangebote statt: Einmal monatlich kommt der Jobpoint an die Schule für Berufswegeplanung und Bewerbungsschreiben, in Abstimmung mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Auch an der Lehenbachschule fand das „Ready, Steady, Go“ statt und wurde durch drei ehrenamtliche MitarbeiterInnen des Jobpoints unterstützt, um Bewerbungsgespräche mit Jugendlichen zu führen.

Gesamtzahl der erreichten Jugendlichen im Vergleich zu den Vorjahren:

Jugendliche in der Beratung* 2018 2017 2016 2015 2014 2013
Weiblich 30 25 33 24 28 26
Männlich 49 47 50 24 26 21
Gesamt 79 72 83 48 54 47

* Offener Beratungstreff, Sprechstunden an den Schulen, AG und Kompetenzwerkstatt

 

Ready Steady Go Realschule Remshalden 2018 2017 2016 2015 2014 2013
SchülerInnen 84 84 81 88 67 82
Firmen 25 30 17 18 25 19

 

Ausblick:
Wir hoffen, im nächsten Jahr in der bewährten Weise mit den beiden Schulen zu kooperieren. An der Lehenbachschule ist geplant erstmalig für die achte Klassenstufe im zweiten Schulhalbjahr ebenfalls eine Kompetenzwerkstatt durchzuführen.
Für den Beratungstreff ist ein Wlan geplant, damit die Jugendlichen auch von ihren eigenen Endgeräten aus Bewerbungen versenden, auf Mails antworten können etc.

Unser Dank gilt vor allem unseren Ehrenamtlichen, die sehr professionell und mit persönlichem Einsatz die Jugendlichen begleiten und unterstützen – wir wünschen uns, dass sie sich weiter so engagieren wie bisher.

 

Markus Knecht

Hilfe beim Übergang in den Beruf

Europäischer Sozialfonds gibt Geld für Projekt „Chancen nutzen – Zugänge schaffen“

„Chancen nutzen – Zugänge schaffen“ – das ist der Titel eines Projekts, welches Jugendliche ab der siebten Klasse beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützt. Die Initiatoren dürfen sich nun über Wertschätzung für ihr Engagement freuen: Der Europäische Sozialfonds (ESF) gibt eine Finanzspritze.

Jährlich stehen 480 000 Euro an Fördergeldern aus dem ESF für Projektträger aus dem Rems-Murr-Kreis zur Verfügung. Nun hat der ESF-Arbeitskreis nach einem Besuch festgestellt, die Gelder seien bei „Chancen nutzen – Zugänge schaffen“ gut angelegt, wie es in einer Mitteilung heißt. Im Projekt „Chancen nutzen“ wurden im Jahr 2017 genau 246 Jugendliche und junge Erwachsene intensiv unterstützt und begleitet, davon 72 Mädchen und Jungen im Jobpoint Remshalden. Vor diesem Hintergrund wählte der Arbeitskreis für seinen Besuch exemplarisch den „Jobpoint Remshalden“, eine Initiative des Vereins Aufbruch, der evangelischen Kirchengemeinde Hebsack-Rohrbronn und des Kreisdiakonieverbands Rems-Murr. Der Jobpoint Remshalden kooperiert mit der Realschule in Remshalden und der Lehenbachschule in Winterbach. Das Ziel des Vereins Aufbruch Remshalden ist es, Schülern direkt Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu vermitteln. Zur festen Veranstaltungsplanung zählt der Bewerbungstag an der Realschule Remshalden, an dem sich zahlreiche Firmen und Institutionen aus der Region beteiligen.
Zweimal wöchentlich können Jugendliche den offenen Beratungstreff des „Jobpoints“ besuchen. Dort finden sie Unterstützung von Ehrenamtlichen, unter anderem beim Schreiben von Bewerbungen und sie werden zum Teil über mehrere Jahre hinweg begleitet. Dort, wo das Ehreamt an seine Grenzen stößt, leistet Markus Knecht, Projektreferent beim Kreisdiakonieverband, professionelle Unterstützung, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Sein Stellenanteil mit 20 Prozent ist mit ESF-Mitteln gefördert, sechs Stunden wöchentlich bringt er sich in das Projet ein. „Der Aufbau von Beziehungsarbeit zu den Jugendlichen steht bei meiner Arbeit im Vordergrund, das braucht einen langen Atem“, erklärt Knecht, der das Projekt seit drei Jahren begleitet. Im Einzelfall gehöre es auch zu seiner Arbeit, die Jugendlichen zu besuchen. Unabdingbar für die Jugendlichen sei eine Nachbetreuung, die bis zum Abschluss der Ausbildung und einer Stabilisierungsphase in das Berufsleben andauere. Zu seinen Zielgruppen zählt Knecht auch die Eltern der Jugendlichen.

Die Aktivitäten des Vereins Aufbruch werden mit privaten Zuwendungen und Spenden finanziert. Erster Vorstand und Mitinitiator des „Jobpoints“, Dr. Erwin Aigeldinger“, betont: „Die Kombination aus ehrenamtlichem und professionellem Engagement machen den Jobpoint so erfolgreich. Die intensive persönliche Unterstützung und Begleitung von Jugendlichen wäre ohne den finanziellen Einsatz von ESF-Mitteln jedoch nicht leistbar.“